USA: Gedenken an die Anschläge von 9/11

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Die USA gedenken der Opfer.

New York - Mit Fotos ihrer getöteten Angehörigen haben Familien in New York und Washington an die Terroranschläge vom 11. September 2001 erinnert. Auch Präsident Barack Obama gedachte den Opfern.

Vize-Präsident Joe Biden, (v.r.), seine Frau Jill Biden und der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg betrachten das Blumenmeer am Ground Zero. 

In New York kamen am Freitag trotz Regens Tausende in der Nähe von “Ground Zero“ zusammen, wo einst die Doppeltürme des World Trade Centers standen. Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle gedachten in Washington mit Mitarbeitern des Weißen Hauses in einer Schweigeminute der Opfer. Der achte Jahrestag ist der erste in der Amtszeit von Obama. In Afghanistan liefen Soldaten des US-Stützpunkts Bagram die symbolträchtige Strecke von 9,11 Kilometern. “Unsere Soldaten laufen durch das Herz des Taliban-Gebiets, in dem die Anschläge geplant wurden“, hieß es in einer Erklärung der US-Streitkräfte. Der frühere US-Präsident George W. Bush, der die Invasion im Oktober 2001 anordnete, würdigte in einer Erklärung “Mut, Dienst und Opfer“ von Soldaten, Sicherheitskräften und Freiwilligen. “Lasst uns an diesem Tag unsere Entschlossenheit erneuern, dass das Böse nicht wieder zu uns zurückkehrt.“ Bei den Anschlägen auf das World Trade Center (WTC) in New York und das Verteidigungsministerium in Washington hatten Terroristen am 11. September 2001 insgesamt vier Passagierflugzeuge gekapert: zwei wurden in die Zwillingstürme des WTC und eins ins Pentagon gelenkt. Eine vierte entführte Maschine stürzte bei Shanksville im US-Staat Pennsylvania ab. Dort kamen 40 Menschen ums Leben. Im Pentagon waren es 184 Tote, in New York 2.752. Gedenkminuten fanden zum Zeitpunkt der vier Anschläge statt. Um 08.46 Uhr (14.46 MESZ) stürzte das erste entführte Flugzeug in den Nordturm des WTC, um 09.03 Uhr (15.03 Uhr MESZ) das zweite in den Südturm. Um 09.37 Uhr (15.37 Uhr MESZ) wurde das Pentagon getroffen, um 10.03 Uhr (16.03 MESZ) stürzte Flug UA 93 bei Shanksville ab. Obama kündigte an, er werde nicht ruhen, bevor die Verantwortlichen “dieser abscheulichen Verbrechen“ gefasst seien. US-Sicherheitsexperten wiesen darauf hin, dass Obama wegen der steigenden Verluste in Afghanistan - im August kamen mit 51 amerikanischen Soldaten die meisten seit der US-Invasion im Oktober 2001 ums Leben - unter Druck einer zunehmend kriegsmüden Öffentlichkeit komme.

Mit gemeinnützigen Aktionen nach vorne blicken

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Am achten Jahrestag sollte aber auch mit gemeinnützigen Aktionen für Mitmenschen und Umwelt nach vorne geschaut werden. Damit soll an den Geist direkt nach den Anschlägen erinnert werden, als viele Menschen selbstlos zu Hilfe eilten. „Statt uns nur an die schrecklichen Ereignisse zu erinnern und an die Helden, die am 11. September ihr Leben ließen, werden wir alle zu Helden vor Ort“, erklärte der Geschäftsmann Ted Tenenbaum in Los Angeles, der seine Handwerksdienste am Freitag kostenlos anbieten will. Im ganzen Land sind Aktionen geplant, darunter die Säuberung von Stränden oder das Schreiben von Briefen an Soldaten im Auslandseinsatz. Einige Angehörige von Opfern äußerten sich aber auch kritisch über diese Aktionen. Sie fürchten, dass es die Erinnerung an die Opfer überdecken könnte. ´„Als ich das das erste Mal hörte, war ich besorgt“, sagte Debra Burlingame, deren Bruder einer der Piloten war, deren Maschine gekapert wurde. „Ich habe Angst, große Angst, dass das irgendwann zu einem weiteren Earth Day wird, bei dem Bäume gepflanzt werden und die Erinnerung immer kleiner, kleiner und kleiner wird.“ In diesem Jahr wird bei der Verlesung der Namen der Opfer in New York ein neuer Name auftauchen. Er wurde im Januar hinzugefügt. Der Mann starb im vergangenen Jahr an einer Lymphknoten- und Lungenerkrankung, die nach Ansicht von Medizinern eine Folge der giftigen Wolke war, die nach dem Zusammenbruch der Türme entstand. Es ist das zweite Mal, dass jemand, der lange nach den Anschlägen starb, der Liste hinzugefügt wurde.

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Zu einem Zwischenfall kam es am Freitag in der Nähe des Pentagon: Die US-Küstenwache hat auf dem Potomac-Fluss in Washington einem Boot mit Warnschüssen gedroht. Das Boot habe sich in einer gesperrten Zone in der Nähe des Pentagons befunden, berichtet der TV-Sender CNN weiter. Dort habe Präsident Barack Obama etwa um dieselbe Zeit an einer Feierstunde für die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 teilgenommen, hieß es. Einzelheiten des Vorfalls wurden zunächst nicht bekannt.

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