"Vatileaks"

Ex-Kammerdiener des Papstes zu Haft verurteilt

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Papst Benedikt XVI mit seinem ehemaligen Kammerdiener Paolo Gabriele (Archivbild vom 16.06.2010).

Rom - Im Prozess um die "Vatileaks"-Enthüllungen ist der Ex-Kammerdiener des Papstes, Paolo Gabriele, zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Das Urteil in der sogenannten „Vatileaks-Affäre“ fällten die drei Richter im Vatikan am Samstag. Zuvor hatte Gabriele vor dem Gericht noch einmal bekräftigt, er habe aus Liebe zur Kirche und zum Papst gehandelt.

„Ich fühle mich nicht als Dieb“, erklärte der 46-jährige Gabriele am Morgen, bevor sich die Richter zur Beratung zurückzogen. Richter Guiseppe Dalla Torre sagte bei der Urteilsbegründung, wegen mildernder Umstände habe der ehemalige Kammerdiener nicht die von der Staatsanwaltschaft geforderten drei Jahre Haft erhalten. Gabriele sei zuvor nicht straffällig geworden, habe seit Jahren für die katholische Kirche gearbeitet und seine Tat eingeräumt. Er habe, „wenn auch fälschlicherweise“, angenommen, er tue das richtige.

Gabrieles Anwältin Cristina Arru bezeichnete das Strafmaß als ausgewogen. Sie wolle jedoch zunächst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten, bevor sie über einen möglichen Berufungsantrag entscheide. Arru sagte weiter, Gabriele werde zunächst in seine Wohnung im Vatikan zurückkehren, in der er seit Juli unter Hausarrest stand. Der frühere Kammerdiener muss außerdem die Gerichtskosten tragen.

Journalist schrieb Buch über Zustände im Vatikan

In ihrem Schlussplädoyer hatte die Verteidigerin erklärt, es seien nur Fotokopien und keine Originaldokumente aus dem Apostolischen Palast verschwunden. Sie widersprach damit einer Aussage des Sekretärs des Papstes, der ausgesagt hatte, in Gabrieles Haus seien Originalbriefe beschlagnahmt worden.

Gabriele war angeklagt, Briefe vom privaten Schreibtisch des Papstes entwendet und dem Journalisten Gianluigi Nuzzi übergeben zu haben. Der verwendete die Dokumente in seinem Buch, in dem er über Korruption und Machtkämpfe im Vatikan schrieb. Gabriele gestand den Dokumentendiebstahl, sagte aber, es sei ihm nur darum gegangen, den Heiligen Vater zu beschützen und „über besorgniserregende Vorgänge in der Kirche“ zu informieren.

dapd

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