Wegen Beihilfe

Vatileaks: EDV-Experte bekommt Bewährung

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In diesem Saal des vatikanischen Gerichtshofs fand die Verhandlung statt

Rom - Ein Computertechniker des Vatikans ist am Samstag wegen Beihilfe zum Diebstahl vertraulicher Papst-Dokumente zu einer zweimonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Claudio Sciarpelletti wurde schuldig befunden, dem ehemaligen Kammerdiener des Papstes, Paolo Gabriele, dabei geholfen zu haben, die Unterlagen aus dem Vatikan herauszubringen. Der 48-Jährige Sciarpelletti hatte dies zurückgewiesen.

Gabriele wurde Anfang Oktober zu einer eineinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt, weil er Briefe vom privaten Schreibtisch von Papst Benedikt XVI. entwendet und einem Journalisten zugänglich gemacht hatte. Sie bildeten dann die Grundlage für ein Buch, in dem von Korruption in höchsten Kreisen der Vatikanverwaltung die Rede war. In Anspielung auf die Enthüllungsplattform WikiLeaks war schnell von der sogenannten VatiLeaks-Affäre die Rede.

Gabriele und Sciarpelletti sind die einzigen Angestellten des Vatikans, gegen die bislang in diesem Fall ermittelt wurde. Mit dem Urteil gegen Sciarpelletti seien die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, betonte Vatikansprecher Federico Lombardi. Er sagte aber nichts dazu, ob es noch weitere Verdächtige gibt.

Sciarpelletti wurde vor allem deshalb schuldig gesprochen, weil er widersprüchliche Angaben zu einem an Gabriele adressierten Brief machte, der in seinem Schreibtisch gefunden wurde. Darin befanden sich vertrauliche Unterlagen. Richter Giuseppe Dalla Torre erklärte, Sciarpelletti habe Gabriele dabei geholfen, den Ermittlungen der Behörden im Vatikan auszuweichen.

Beide Seiten haben nun drei Tage Zeit, um Berufung einzulegen. Sciarpellettis Verteidiger Gianluca Benedetti deutete schon an, dass er diesen Schritt gehen werden. Endgültig wollte er sich zunächst aber nicht äußern.

dapd

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