Abrechnung mit der Terror-Organisation

Das nahm ein deutscher IS-Kämpfer (17) vor seinem Tod auf

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Sogar der Besuch einer Moschee wurde dem jungen Hamburger Bilal im IS-Gebiet verboten.

Hamburg - Ein 17-jähriger IS-Kämpfer aus Deutschland nahm kurz vor seinem Tod eine Sprachnachricht auf - um seine "Brüder" vor dem Islamischen Staat zu warnen. 

Der 17-jährige Bilal aus Hamburg schloss sich dem Islamischen Staat an und hat seinen "Brüdern" in Deutschland etwas zu sagen: Er warnt sie in einer Sprachnachricht vor dem IS. Der Hamburger Verfassungsschutz entschloss sich nun dazu, diese eindringliche Warnung zu veröffentlichen.

"Am Anfang war alles sababa"

Bilal erzählt in der Audio-Datei, dass am Anfang, als er in der IS-Hochburg Rakka ankam, alles "sababa" (arabisch für "okay") war. Doch dann kristallisiert sich heraus, wie er wirklich über die Menschen beim IS denkt: "Die haben niemals die Wahrheit gesagt, Bruder." Alle Versprechungen, die der IS macht, werden nicht eingehalten: "Die versprechen uns Sachen, halten es nicht ein."

"Ihr dürft nicht raus"

Bilal (Bildmitte) beteiligt sich an der Kampagne "LIES" des Salafistenpredigers Abou Nagi.

Der 17-Jährige erzählt, dass es unter den Kämpfern zu Schlägereien kam. Er und andere Gefolgsleute des IS durften nicht einmal das Haus verlassen - auch nicht, um in einer Moschee zu beten. "Ihr seid neu hier, ihr dürft nicht raus", soll die Begründung der Anführerschaft gewesen sein. Doch Bilal und zwei weitere Brüder haben sich aufgelehnt und das Haus entgegen des Verbots verlassen: "Da war es schön, da war mein Herz wieder frei."

Zurück im Haus fühlte er sich wieder wie in einem Gefängnis- in einem, in dem keine Elektrizität funktioniert. 

"Er schickt die einfach in den Tod"

Bilal erzählt außerdem, dass der IS im Kampf ohne Taktik vorgeht und die Kämpfer quasi einfach geopfert werden: "Er schickt die einfach in den Tod. Das ist so, du kannst gleich 'ne Pistole nehmen und dir in Kopf schießen."

Der junge Hamburger scheint zu denken, dass er seine "Mitgliedschaft" beim IS jederzeit kündigen kann: "Wenn ich gehen will, dann geh ich." Daraus wurde nichts: Zwei Monate, nachdem er sich dem Islamischen Staat anschloss, fand er den Tod in einem Kriegsgebiet. Die Ursache und ob der IS ihn bestrafen wollte, ist nicht klar.

Hier können Sie sich die komplette Sprachnachricht anhören.

bp

Quelle: rosenheim24.de

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