Hass im Internet wegen „Handtaschen-Kater“

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Kater Pinkeltje als Handtasche.

Amsterdam - Tausende anonyme Hass-Mails aus aller Welt hat die niederländische Künstlerin Tinkebell bekommen, seit sie ihrem todkranken Kater Pinkeltje den Hals umdrehte und eine Handtasche aus ihm machte.

Hass im Internet ist grenzenlos. “Wegsperren und exekutieren sollten sie dich!“, schrieb eine Hausfrau und nach eigenen Angaben “liebevolle“ Mutter von zwei Kindern aus Amerika . “Stirb, Hure! Ich werde dich lange leiden lassen“, drohte ein 17- jähriger Hardrock-Fan aus dem holländischen Dorf Naaldwijk.

Jetzt die niederländische Künstlerin Tinkebell einige hundert dieser E-Mails als Buch veröffentlicht - zur Überraschung der “Hassmailer“, die sich für unerkennbar hielten, mit deren Namen und Kontaktdaten.

2004 löste die Künstlerin mit der Präsentation von Kater Pinkeltje als Handtasche einen riesen Wirbel aus. Sie wollte damit, hieß es zu Erklärung, hinterfragen, wieso eine Gesellschaft die Verarbeitung eines solchen Haustieres zu einem Produkt nicht akzeptiert, zugleich aber die Herstellung von Produkten aus Millionen von Nutztieren gedankenlos hinnimmt.

Das Hassmail-Buch sieht Tinkebell als Fortsetzung ihrer von jeher auf Provokation basierenden Kunst. “Ich benutze Kontroversen als Material“, sagt sie. Vor allem mit Haustier-Installationen hat die Absolventin des renommierten Amsterdamer Sandberg-Instituts seit 2004 immer wieder Debatten ausgelöst. Ihr erklärtes Ziel ist die Entlarvung einer “doppelten Moral“: Die Liebe zum Kuscheltier auf der einen und die Ignoranz gegenüber den Qualen industriell verwerteter Tiere auf der anderen Seite.

dpa

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