Konflikt zwischen Regierung und Taliban in Pakistan eskaliert

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Islamabad - Die Taliban im Norden Pakistans scheinen nichts von den Absprachen mit der Regierung zu halten. Der Konflikt droht zu eskalieren. Ein Krisengipfel in Washington ist geplant.

Der Konflikt zwischen den Taliban und dem Militär im Norden der Atommacht Pakistan eskaliert. Die Armee kritisierte am Montag, ungeachtet eines Abkommens hätten die Taliban in der Hauptstadt des Distrikts Swat bewaffnete Patrouillen aufgenommen.

“Bewaffnete Militante marschieren in den Straßen der Stadt Mingora und anderen Gegenden.“ Die Sicherheitskräfte respektierten das “Friedensabkommen“ weiterhin und hielten sich zurück. Die Taliban teilten am Montag mit, bei dem Vertrag mit der Regierung der Nordwest-Grenzprovinz handele es sich nicht um eine Friedensvereinbarung.

Die Armee verhängte in Mingora eine nächtliche Ausgangssperre. Das Militär teilte mit, in Swat hätten Aufständische am Montag bei einem Angriff auf einen Armeekonvoi einen Soldaten getötet und zwei weitere verletzt. Die Taliban hätten zudem mehrere Zivilisten entführt und eine Kontrollstelle der Polizei zerstört.

Taliban bestreiten Friedensabkommen

Ein Sprecher des radikalen Geistlichen Sufi Mohammad, der den Vertrag mit der Regierung vermittelt hatte, sagte: “Es hat kein Friedensabkommen zwischen uns und der Provinzregierung gegeben. Wir haben ein Abkommen, ein Rechtssystem auf der Basis der Scharia einzuführen.“ Sprecher Amir Izzat Khan warnte die Regierung vor einer Eskalation der Gewalt, sollten die Militäroperation gegen die Taliban in Swats Nachbardistrikt Buner nicht beendet werden.

Bei der Offensive in Buner wurden am Montag nach Angaben der Armee ein Soldat und sieben Aufständische getötet, darunter ein Taliban- Anführer. Seit Beginn der Operation in der vergangenen Woche kamen demnach in dem Distrikt, der nur 100 Kilometer entfernt von Islamabad liegt, 87 Taliban-Kämpfer und vier Soldaten ums Leben. Das Militär teilte mit, bei Gefechten im Distrikt Dir seien am Montag drei Taliban-Kämpfer getötet worden. In Dir war eine Militäraktion in der vergangenen Woche offiziell beendet worden, vereinzelte Gefechte dauern aber an. Bei dem Einsatz in Dir waren nach Armeeangaben mehr als 100 Aufständische getötet worden.

Krisengipfel in Washington

Die Taliban waren nach dem Abkommen mit der Regierung von ihrer Hochburg im Swat-Tal in die Distrikte Buner und Dir eingesickert, die alle zur Region Malakand gehören. Wegen der bedrohlichen Entwicklung in Pakistan und in Afghanistan werden Präsident Asif Ali Zardari und sein afghanischer Kollege Hamid Karsai an diesem Mittwoch mit US-Präsident Barack Obama in Washington zu einem Krisengipfel zusammentreffen.

Die Taliban und die pakistanische Regierung haben ein umstrittenes Abkommen geschlossen, demzufolge in Malakand das islamische Rechtssystem, die Scharia, eingeführt wird. Im Gegenzug sollten die Aufständischen ihre Gewalt einstellen. Die Taliban betonten bald darauf aber, sie würden ihre Waffen nicht niederlegen. Zardari hatte dem Mitte Februar vermittelten Abkommen vor kurzem trotz massiver Kritik der USA zugestimmt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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