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Ungewöhnliche Taktik

Echse schreckt mit blauer «UV-Zunge» Angreifer ab

Die Nördliche Blauzungenechse oder Blauzungenskink kommt in Australien, einigen indonesischen Inseln und auf Papua-Neuguinea vor. Foto: Peter Street/Springer Nature
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Die Nördliche Blauzungenechse oder Blauzungenskink kommt in Australien, einigen indonesischen Inseln und auf Papua-Neuguinea vor. Foto: Peter Street/Springer Nature

Heidelberg/Sydney (dpa) - Eine australische Echse schreckt Angreifer mit einem äußerst ungewöhnlichen Mittel ab: mit ihrer blauen Zunge. Der sogenannte Blauzungenskink streckt dem Feind die Zunge heraus - und zeigt dabei möglichst die Rückseite.

Wissenschaftler der Macquarie Universität in Sydney fanden heraus, dass dies geschieht, weil die Zunge hinten stärker leuchtet als vorn. Zudem reflektiert sie auch ultraviolettes Licht.

Blauzungenskinke kommen auch auf einigen indonesischen Inseln und auf Papua-Neuguinea vor. Die Echsen werden etwa einen Meter lang und fressen unter anderem kleine Wirbeltiere. Ihre natürlichen Feinde sind zum Beispiel Schlangen, Vögel, Füchse sowie einige andere Echsen. Wenn sie angegriffen werden, blähen sie sich auf, reißen das Maul auf und zeigen die Zunge.

Für die Studie, die im Fachblatt «Behavioral Ecology and Sociobology» veröffentlicht wurde, nahmen sich die Wissenschaftler eine der größten Echsen vor, die Nördliche Blauzungenechse (wissenschaftlicher Name: Tiliqua scincoides intermedia), die im Norden Australiens zuhause ist. Dabei stellten sie fest, dass die Tiere über eine «UV-Zunge» verfügen. Die Zunge strahlt ultraviolettes Licht zurück. Menschen sehen das UV-Licht nicht, manche Tiere aber schon.

Zudem fanden die Forscher heraus, dass die Skinke immer größere Teile der Zunge zeigen, je mehr sie sich in Gefahr fühlen. Der Wissenschaftler Arnaud Badiane erklärte in der Studie weiter: «Das Timing, wann sie die Zunge zeigen, ist entscheidend. Wenn das zu früh geschieht, geben sie ihre Tarnung auf und ziehen ungewollt die Aufmerksamkeit ihrer Feinde auf sich. Wenn sie das zu spät machen, schreckt das möglicherweise nicht mehr ab.»

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