Das Handy als Einkaufsberater

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Ständiger Begleiter und hilfreicher Berater: das Smartphone.

Düsseldorf - Schicke Läden allein reichen nicht mehr. Das Handy und der Tablet-PC spielen beim Einkauf eine wachsende Rolle. Immer mehr Unternehmen versuchen deshalb, die Verbraucher im Netz abzuholen.

Ist das teuer oder nicht? Wenige Eingaben auf dem Smartphone genügen und der Kunde weiß dank mobilem Internet im Laden bescheid. Ob Preisvergleich, Online-Kataloge, Gutscheine oder Apps - beim Einkaufen spielt das Handy eine wachsende Rolle. Darauf stellen sich viele Händler ein. Aber die Entwicklung steht am Anfang. Das zeigt eine Studie des Handelsforschungsinstitutes EHI und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zu den Trends im Handel.

“Das Internet ist überall“, verdeutlicht EHI-Gechäftsführer Michael Gerling. Für den Kunden, der nahezu überall und ständig darauf zugreifen könne - ob am heimischen Computer oder auf dem Handy unterwegs - werde damit vieles einfacher. Es gehe nicht nur um einen Preisvergleich, sondern auch um Produktinformationen und Bewertungen von anderen Kunden. “Früher musste man warten, bis das neue Heft der Stiftung Warentest herauskam. Das wird künftig viel schneller gehen.“

Das Mobiltelefon wird heute schon beim Einkaufen genutzt - am häufigsten, wenn es um Elektrogeräte geht. In dem Bereich hat jeder fünfte Käufer schon einmal im Laden zum Handy gegriffen, um sich zu informieren oder den Preis zu vergleichen. Das ergab eine Umfrage zu der Studie unter über 1000 Konsumenten, die mindestens einmal in der Woche das Internet nutzen. Beim Einkauf von Lebensmitteln, Bekleidung und Baumarktartikeln nutzt aber nicht einmal jeder Zehnte das Handy.

Diese Produkte setzen auf Natur statt Aromastoffe

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“Das Einkaufen mit dem Mobiltelefon steht noch am Anfang“, sagt Mark Sievers, Handelsexperte der KPMG. Je nach Produktkategorie wollen laut Umfrage zwischen 7 und 14 Prozent der Kunden, die bislang das Mobiltelefon im Geschäft nicht nutzen, das künftig bestimmt oder wahrscheinlich tun. “Das zeigt, dass zum einen aktuell noch ein attraktives Angebot fehlt, und andererseits die vorhandenen Möglichkeiten zu wenig bekannt sind“, erläutert Sievers.

Die Smartphones würden von einigen Verbraucher aber bereits sehr zielgerichtet eingesetzt: Immerhin 6 Prozent aller Konsumenten hätten schon einmal während des Einkaufs in einem Laden ihr Handy genutzt, um das gewünschte Produkt online statt vor Ort zu kaufen. Dabei sei zumeist ein niedrigerer Preis im Internet der Grund gewesen.

Das Mobiltelefon hat nach Ansicht von Sievers für Ladenbesitzer zwei Seiten: Zum einen der direkte Preisvergleich mit der Konkurrenz, der zunimmt. Zum anderen aber neue Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen. “So kann auch der lokale Händler ein mobiles Online-Angebot nutzen, um sein Geschäft vor Ort zu stärken“, betont er. Der stationäre Einzelhandel werde trotz stetiger Zuwächse des Online-Geschäftes die Einkaufsquelle Nummer 1 bleiben.

Für drei Viertel aller Händler ist das Thema mobile Anwendungen aktuell und künftig von strategischer Bedeutung, wie eine Umfrage des EHI im Herbst unter 148 Unternehmen ergeben hatte. Händler sehen darin eine Chance, die Kundenbindung zu stärken. Konkrete Aktionen habe danach bislang aber weniger als jeder zehnte Händler durchgeführt. Fehlende Technologien und unzureichend standardisierte Prozesse wurden in der Umfrage als größte Hindernisse beim Umsetzen genannt.

Doch wie schnell sich Trends durchsetzen können, Innovationen zum Alltag werden, hat die Kassentechnik im Handel gezeigt. “Es gibt eigentlich nur noch Touchscreen-Kassen“, schildert EHI-Technikexperte Ulrich Spaan. Die Kassentechnik mit Fingerberührungen anstelle einer Tastatureingabe habe sich binnen weniger Jahre gegen alle Vorbehalte durchgesetzt. Kassiererinnen fänden einen schnellen Zugang zur neuen Technik, denn das Nutzen der Oberfläche seien sie vom Handy gewohnt.

dpa

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