Die Prophezeiungen des Maya-Kalenders

21.12. und wieder mal kein Weltuntergang?!

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Berlin - Schon oft wurde im Laufe der Menschheitsgeschichte die Apokalypse vorhergesagt. Am Freitag soll es wieder soweit sein. Hier eine Auswahl der Termine, die ereignislos verstrichen.

Am 21. Dezember 2012 wird die Welt und mit ihr die Menschheit untergehen. Das, so die Argumentation von Esoterikern und Endzeitfans, haben die Maya schließlich prophezeit. Dabei haben Wissenschaftler längst erklärt: Am 21. Dezember 2012 endet zwar die 13. Periode des Maya-Kalenders, von Weltuntergang ist aber keinesfalls die Rede. Die Zeit geht weiter, auch wenn der Kalender aufhört. In der sogenannten „Langen Zählung“ endet damit 2012 ein Zyklus von 13 Einheiten mit je 400 Jahren. Aber was kommt dann? Ganz einfach: Die ­Maya kehren zu ihrem Ausgangsdatum zurück und feiern den ­Beginn einer neuen kosmischen Zeit.

Doch was, wenn sich die Historiker allesamt geirrt hätten? Falls Sie noch nicht ganz sicher sind, ob Sie noch in Weihnachtsgeschenke investieren sollten – die tz hat Ihnen eine Auswahl an Terminen zusammengetragen, an denen die Erde schon untergehen sollte:

Verpasste Weltuntergänge und Apokalypsen:

Das wohl bekannteste Zeugnis frühchristlicher Apokalypsenszenarien liefert die Offenbarung des Johannes aus dem Jahr 69 nach Christus. Darin findet sich jener Satz, der für spätere Prophezeiungen immer wieder bemüht wurde: „Wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis freigelassen werden.“

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Ungeachtet der Johannes-Offenbarung sahen Juden und Christen bereits 70 n. Chr. das Ende gekommen. Die Römer nahmen soeben Jerusalem ein und zerstörten den Tempel. Chaos und Tod beherrschten die Szenerie. Aber wie wir wissen, steht die Klagemauer noch heute und die Welt ist auch nicht untergegangen.

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Um 200 verkündete Hippolytus von Rom (170 – 236) den nahenden Weltuntergang für das Jahr 500. Der Kirchenschriftsteller und erste Gegenpapst der Geschichte ging davon aus, dass die Erde 5500 v. Chr. erschaffen und insgesamt 6000 Jahre alt werden würde. Die Schmach der falschen Vorhersage erlebte Hippolythus dann ja nicht mehr.

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Papst Silvester II. (950 – 1003) sah den Weltuntergang für die erste Jahrtausendwende voraus und löste damit eine regelrechte Massenhysterie aus. Horden von Räubern zogen durchs Land, der Pöbel forderte die Hinrichtung von Zauberern, Hexen und zwielichtigen Persönlichkeiten. Der Papst selbst soll der Überlieferung nach die Messe an jenem 31. Dezember 999 zitternd wie Espenlaub zelebriert haben – stets in der Erwartung der eintretenden Apokalypse. Als sie dann doch ausblieb, schrieb er das natürlich der Macht seiner Gebete zu.

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Gleich dreimal tippte der große Reformator Martin Luther (1483 – 1546) daneben. Er prophezeite das Ende für 1532, dann für 1538 und schlussendlich für 1541. Nachdem jedes Mal die Apokalypse auf sich warten ließ, legte er sich nicht mehr fest. Geblieben ist sein Satz: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, dann würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

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Der genuesische Seefahrer Christoph Kolumbus (1451 – 1506) sah die Apokalypse für 1666 gekommen – und befand sich in bester Gesellschaft vieler Zahlenmystiker: Demnach steht die 1000 für die Apokalypse, die 666 gilt in der christlichen Welt als die Zahl des Teufels. Er erlebte das Datum seiner Vorhersage nicht – wäre ja auch peinlich gewesen.

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Die Zeugen Jehovas glauben an die Wiederkehr des Paradieses auf Erden. Dem geht jedoch ein gerechter Krieg Gottes voraus, in dem Gott die „treuen“ Menschen von den ungläubigen trennt. 1874 sollte es nach Aussagen des Sektengründers Charles Taze Russell (1852 – 1916) soweit sein.

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Die Beatles mussten zu diesem Thema ebenfalls herhalten. Der Hippie-Anhänger Charles Manson (geb. 1934) sah in den vier berühmten Pilzköpfen die „Boten der Apokalypse“. In ihren Songs wie Helter Skelter oder Revolution entdeckte er kryptische Botschaften, die vom Weltuntergang im Jahr 1969 kündeten. 1971 wurde Sektenführer und Extremist Manson wegen Anstiftung zum Mord – unter anderem an der Schauspielerin Sharon Tate – zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde bis heute nicht vollstreckt.

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Guru Bhagwan Shree Osho ­Rajineesh (1931 – 1990) war so clever, sich nicht auf ein Datum festzulegen. Nur so viel: Es würde in den Jahren 1984 bis 1999 geschehen. Erdbeben, Fluten und Vulkanausbrüche würden die Städte Tokio, New York, San Francisco, Los Angeles und Bombay heimsuchen und völlig zerstören. Nun, das Ende ist bekannt …

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Skurriles fiel Uriella, 1929 als Erika Bertschinger-Eicke geboren, zum Thema Weltuntergang ein: Die Chefin der Sekte Fiat Lux sah den Einschlag eines riesigen Planetoiden für August 1998 voraus. Ganze Erdteile sollten untergehen. Russland würde als Resultat über Europa herfallen. Zwischen China und den USA würde ein schrecklicher Krieg ausbrechen. Die Anhänger von Fiat Lux müssten sich freilich keine Sorgen machen. Sie würden nämlich von unbemannten Raumschiffen gerettet werden. Die Apokalypse blieb aus, Uriella gehen mittlerweile die Jünger aus und sie selbst wurde seit einigen Jahren nicht mehr gesehen. Gerüchte besagen, sie sei längst verstorben.

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Riesige Hysterie rief dann 1999 eine uralte Prophezeiung hervor. Nostradamus (1503 – 1566) soll in seinen Centurien verkündet haben, dass die Welt am 11. August 1999 untergeht. Man bezog sich hierbei auf die Sätze: „Im Jahre 1999 im siebenten Monat, wird am Himmel ein großer Schreckenskönig erscheinen: Er wird auferstehen lassen den großen König von Angoulême. Vor und nach einem Weltkrieg wird er aufgrund seines guten Horoskopes regieren.“ Deutung hin, Deutung her – hurra, wir leben noch!

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Überhaupt war 1999 ein beliebtes Jahr für die bevorstehende Apokalypse. Der französische Stardesigner Paco Rabanne (geboren 1934) hatte angeblich schon als Siebenjähriger eine Vision erhalten: Am Tag der Sonnenfinsternis, am 11. August 1999, sollte die russische Raumstation Mir auf die französische Hauptstadt fallen. Paris wäre ein einziges Flammenmeer, allein die Gerechten würden überleben und ein friedliches Wassermannzeitalter würde beginnen. Als die Katastrophe doch ausblieb, entschuldigte sich Rabanne in den Medien. Er werde nie wieder eine Prognose wagen. Mittlerweile hat er sich aus seiner Firma fast völlig zurückgezogen und widmet sich der Esoterik.

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Am 21.12. also soll einmal mehr die Welt untergehen. Schuld ist die mittlerweile als falsch entlarvte Interpretation des Maya-Kalenders. Doch sollte es auch in diesem Jahr mit dem Weltuntergang nicht klappen: Spätestens 2076 soll es nach dem Glauben diverser Sekten aber wirklich soweit sein. Dann schreiben wir laut muslimischem Kalender das Jahr 1500. Ein rundes Datum und somit wieder ein idealer Termin für Esoteriker…

red tz

Quelle: rosenheim24.de

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