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Ukraine-Krieg

Russland will deutsches Weltraumteleskop kapern

Das deutsche Röntgenteleskop eRosita vor dem Start ins Weltall.
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Das deutsche Röntgenteleskop eRosita vor dem Start ins Weltall.

Wegen des Ukraine-Kriegs pausiert Deutschland die Arbeit des Weltraumteleskops eROSITA. Doch nun will Russland das Teleskop eigenmächtig reaktivieren.

Garching/Moskau – Eigentlich soll das deutsche Weltraumteleskop eROSITA, das vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching gesteuert wird, die Tiefen des Universums erkunden. Das Röntgenteleskop, das sich an Bord der russischen Raumsonde Spektr-RG befindet, durchsucht normalerweise den Himmel nach Quellen, die Röntgenstrahlung abgeben (schwarze Löcher und Neutronensterne) und arbeitet dabei eng zusammen mit dem russischen Instrument ART-X, das supermassereiche schwarze Löcher sucht.

Doch seit Russland im Februar 2022 die Ukraine überfallen hat, ist nichts mehr normal – auch in der Raumfahrt hat der Ukraine-Krieg einiges auf den Kopf gestellt. Als Reaktion auf den Ukraine-Konflikt wurde nicht nur die europäisch-russische Kooperation beim Mars-Rover „Rosalind Franklin“ von der europäischen Raumfahrtorganisation Esa auf Eis gelegt, auch das MPE reagierte: Das deutsche Weltraumteleskop eROSITA wurde am 26. Februar „in einen sicheren Zustand versetzt“, teilten die Betreiber mit. Der wissenschaftliche Betrieb werde pausiert.

Weltraumforschung: Russland will deutsches Röntgenteleskop kapern

Vier von acht geplanten Durchgängen zur Durchmusterung des gesamten Himmels wurden seit dem Start des Teleskops im Jahr 2019 abgeschlossen. Doch seit mehr als drei Monaten bewegt sich das Röntgenteleskop durch das Weltall, ohne seiner Arbeit nachzugehen. Das könnte sich jedoch ändern. Dmitri Rogosin, Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, erklärte kürzlich in einem Fernsehinterview, dass er Anweisungen gegeben habe, „die Arbeiten zur Wiederherstellung des Betriebs des deutschen Teleskops im Spektr-RG-System zu starten, damit es mit dem russischen Teleskop zusammenarbeitet“. Das berichtet die Deutsche Welle (DW).

„Trotz der Forderung Deutschlands, eines der beiden Teleskope von Spektr-RG abzuschalten, bestehen die russischen Spezialisten darauf, die Arbeit fortzusetzen. Roskosmos wird in naher Zukunft entsprechende Entscheidungen treffen“, zitiert die Deutsche Welle Rogosin. Und weiter: „Sie – die Leute, die die Entscheidung zur Abschaltung des Teleskops getroffen haben – haben nicht das moralische Recht, diese Forschung für die Menschheit zu stoppen, nur weil ihre pro-faschistischen Ansichten unseren Feinden nahe stehen.“ Rogosin gilt als Putin-treu, er hat den Krieg in der Ukraine mehr als ein Mal verteidigt und bereits mehrfach mit dem Ende der Zusammenarbeit bei der Internationalen Raumstation ISS gedroht.

Deutsches Weltraumteleskop eROSITA pausiert wegen des Ukraine-Kriegs

Doch ganz so einfach scheint es nicht zu sein: Ein Neustart des Teleskops ohne deutsche Beteiligung könne dem Gerät selbst schaden, warnen Beteiligte an dem Projekt. Die Wiederinbetriebnahme könne nur mit der Zustimmung Deutschlands erfolgen, da sonst die Gefahr bestehe, dass das Teleskop ausfalle, zitiert DW den russischen Astrophysiker Rashid Sunyaev. Gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Interfax erklärte Sunyaev: „Einseitiges Handeln in dieser Situation führt nur zu mehr Misstrauen zwischen den Menschen.“

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Deutsches Röntgenteleskop eROSITA befindet sich auf russischer Raumsonde

Rein rechtlich ist die Angelegenheit offenbar schwierig, wie Space.com berichtet. „Da Russland der registrierende und der startende Staat ist, hat es eine ziemlich starke Kontrolle über das Objekt“, zitiert das Portal den Weltraum-Anwalt Christopher Johnson. „Deutschland ist nach wie vor Eigentümer von eROSITA, auch wenn es sich auf einem russischen Raumschiff befindet, und beide Parteien sind verpflichtet, zusammenzuarbeiten und der anderen Partei die gebührende Achtung zu erweisen sowie das Recht der anderen Partei auf Erforschung des Weltraums und Weltraumforschung nicht zu beeinträchtigen.“

Zwar könnte Russland das Abschalten des Teleskops durch Deutschland als einen Rückzug von der Zusammenarbeit betrachten, Russland habe jedoch „nicht das Recht, das Weltall mit dem Teleskop eines anderen Staats zu erforschen“, so Johnson.

Blick in die Tiefen des Universums – So sieht „Hubble“ das Weltall

Der Blasennebel (NGC 7635) im Sternbild Kassiopeia ist ein Emissionsnebel in etwa 7100 Lichtjahren Entfernung von der Erde. Seine Blasen-Form entsteht durch den Sternwind eines Sterns, der gerade große Mengen an Gas ausstößt. Die Gase stoßen auf eine riesige Molekülwolke, die sich in dieser Region befindet – eine Stoßwelle entsteht, die die äußere Hülle der Gasblase bildet.
Der Blasennebel (NGC 7635) im Sternbild Kassiopeia ist ein Emissionsnebel in etwa 7100 Lichtjahren Entfernung von der Erde. Seine Blasen-Form entsteht durch den Sternwind eines Sterns, der gerade große Mengen an Gas ausstößt. Die Gase stoßen auf eine riesige Molekülwolke, die sich in dieser Region befindet – eine Stoßwelle entsteht, die die äußere Hülle der Gasblase bildet. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Dieses Aufnahme des „Hubble“-Weltraumteleskops zeigt den offenen Sternhaufen Trumpler 14 (auch Collinder 230) im Sternbild „Kiel des Schiffs“. Der Sternhaufen befindet sich etwa 9000 Lichtjahre entfernt im Carinanebel. Er ist einer der jüngeren Sternhaufen der Milchstraße und nur etwa 300.000 bis 500.000 Jahre alt. Trumpler 14 beherbert etwa 2000 junge Sterne, unter anderem einen der hellsten Sterne der Milchstraße.
Dieses Aufnahme des „Hubble“-Weltraumteleskops zeigt den offenen Sternhaufen Trumpler 14 (auch Collinder 230) im Sternbild „Kiel des Schiffs“. Der Sternhaufen befindet sich etwa 9000 Lichtjahre entfernt im Carinanebel. Er ist einer der jüngeren Sternhaufen der Milchstraße und nur etwa 300.000 bis 500.000 Jahre alt. Trumpler 14 beherbert etwa 2000 junge Sterne, unter anderem einen der hellsten Sterne der Milchstraße. © NASA, ESA, and J. Maíz Apellániz (Institute of Astrophysics of Andalusia, Spain); Acknowledgment: N. Smith (University of Arizona)
Die „Säulen der Schöpfung“ sind eines der berühmtesten „Hubble“-Bilder überhaupt. Hier blickt das Nasa-Weltraumteleskop auf eine kleine Region des Adler-Nebels (M16), es handelt sich um ein Sternenentstehungsgebiet etwa 6500 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Die „Säulen der Schöpfung“ sind eines der berühmtesten „Hubble“-Bilder überhaupt. Hier blickt das Nasa-Weltraumteleskop auf eine kleine Region des Adler-Nebels (M16), es handelt sich um ein Sternenentstehungsgebiet etwa 6500 Lichtjahre von der Erde entfernt. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Die Spiralgalaxie M83 (südliche Feuerradgalaxie) ist ein beliebtes Ziel für Amateurastronomen. Sie befindet sich 15 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Wasserschlange und ist am Himmel auf der südlichen Erdhalbkugel eine der hellsten Spiralgalaxien. In der „Hubble“-Aufnahme sind tausende Sternenhaufen, hunderttausende einzelne Sterne und Überbleibsel von Sternentoden (Supernovae) zu sehen.
Die Spiralgalaxie M83 (südliche Feuerradgalaxie) ist ein beliebtes Ziel für Amateurastronomen. Sie befindet sich 15 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Wasserschlange und ist am Himmel auf der südlichen Erdhalbkugel eine der hellsten Spiralgalaxien. In der „Hubble“-Aufnahme sind tausende Sternenhaufen, hunderttausende einzelne Sterne und Überbleibsel von Sternentoden (Supernovae) zu sehen. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA); Acknowledgement: W. Blair (STScI/Johns Hopkins University) and R. O‘Connell (University of Virginia)
Der Ring-Nebel (M57) ist ein planetarischer Nebel im Sternbild Leier. Es handelt sich um die leuchtenden Überreste eines einst sonnenähnlichen Sterns, der vor etwa 20.000 Jahren seine äußere Gashülle abgestoßen hat. Der Ring hat einen Durchmesser von etwa 1,3 Lichtjahren. Im Inneren befindet sich ein weißer Zwergstern.
Der Ring-Nebel (M57) ist ein planetarischer Nebel im Sternbild Leier. Es handelt sich um die leuchtenden Überreste eines einst sonnenähnlichen Sterns, der vor etwa 20.000 Jahren seine äußere Gashülle abgestoßen hat. Der Ring hat einen Durchmesser von etwa 1,3 Lichtjahren. Im Inneren befindet sich ein weißer Zwergstern. © NASA, ESA, C.R. O‘Dell (Vanderbilt University), and D. Thompson (Large Binocular Telescope Observatory)
Der ikonische Pferdekopfnebel ist ein beliebtes Ziel für Amateur- und Berufsastronomen. Der Pferdekopfnebel ist Teil einer Dunkelwolke im Sternbild Orion, die von einem rot leuchtenden Nebel (IC 434) beleuchtet wird. Der Nebel ist etwa 1500 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Der ikonische Pferdekopfnebel ist ein beliebtes Ziel für Amateur- und Berufsastronomen. Der Pferdekopfnebel ist Teil einer Dunkelwolke im Sternbild Orion, die von einem rot leuchtenden Nebel (IC 434) beleuchtet wird. Der Nebel ist etwa 1500 Lichtjahre von der Erde entfernt. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Diese Aufnahme der elliptischen Radiogalaxie Hercules A stammt ebenfalls vom „Hubble“-Weltraumteleskop der Nasa. Die Galaxie ist 2,1 Milliarden Lichtjahre entfernt und befindet sich im Sternbild Herkules. Zu sehen sind riesige Plasma-Jets, die vermutlich von einem supermassereichen schwarzen Loch im Innern der Galaxie angetrieben werden.
Diese Aufnahme der elliptischen Radiogalaxie Hercules A stammt ebenfalls vom „Hubble“-Weltraumteleskop der Nasa. Die Galaxie ist 2,1 Milliarden Lichtjahre entfernt und befindet sich im Sternbild Herkules. Zu sehen sind riesige Plasma-Jets, die vermutlich von einem supermassereichen schwarzen Loch im Innern der Galaxie angetrieben werden. © NASA, ESA, S. Baum and C. O‘Dea (RIT), R. Perley and W. Cotton (NRAO/AUI/NSF), and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Auf diesem Bild sind zwei Spiralgalaxien zu sehen, die miteinander interagieren. Die Gruppe trägt den Namen Arp 273. Dass die beiden Galaxien in dieser Gruppe miteinander interagieren oder interagiert haben, erkennt man der US-Raumfahrtorganisation Nasa zufolge an den ungewöhnlichen Spiral-Mustern. Arp 273 ist etwa 300 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt, und auch die beiden Galaxien liegen eigentlich zehntausende Lichtjahre weit auseinander. Nur eine sehr zarte „Brücke“ verbindet die beiden.
Auf diesem Bild sind zwei Spiralgalaxien zu sehen, die miteinander interagieren. Die Gruppe trägt den Namen Arp 273. Dass die beiden Galaxien in dieser Gruppe miteinander interagieren oder interagiert haben, erkennt man der US-Raumfahrtorganisation Nasa zufolge an den ungewöhnlichen Spiral-Mustern. Arp 273 ist etwa 300 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt, und auch die beiden Galaxien liegen eigentlich zehntausende Lichtjahre weit auseinander. Nur eine sehr zarte „Brücke“ verbindet die beiden. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Eine majestätische Spiralgalaxie ist auf diesem Bild des „Hubble“-Weltraumteleskops der Nasa zu sehen. Es handelt sich um die Spiralgalaxie NGC 2841, die 46 Millionen Lichtjahre entfernt, im Sternbild Großer Bär zu finden ist.
Eine majestätische Spiralgalaxie ist auf diesem Bild des „Hubble“-Weltraumteleskops der Nasa zu sehen. Es handelt sich um die Spiralgalaxie NGC 2841, die 46 Millionen Lichtjahre entfernt, im Sternbild Großer Bär zu finden ist. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage (STScI/AURA)-ESA/Hubble Collaboration; Acknowledgment: M. Crockett and S. Kaviraj (Oxford University, UK), R. O‘Connell (University of Virginia), B. Whitmore (STScI), and the WFC3 Scientific Oversight Committee
Wie ein Feuerwerk sieht diese „Hubble“-Aufnahme aus. Tatsächlich handelt es sich um das Sternentstehungsgebiet NGC 3603 im Sternbild „Kiel des Schiff“. Der Nebel ist etwa 20.000 Lichtjahre entfernt und längst nicht so friedlich, wie er aussieht: UV-Strahlung und heftige Sternenwinde haben den Blick auf den Sternhaufen freigegeben. NGC 3603 behebergt einige der größten bekannten Sterne. Sie sterben früh, weil sie ihren Wasserstoff schnell verbrennen am Ende steht eine Supernova-Explosion.
Wie ein Feuerwerk sieht diese „Hubble“-Aufnahme aus. Tatsächlich handelt es sich um das Sternentstehungsgebiet NGC 3603 im Sternbild „Kiel des Schiff“. Der Nebel ist etwa 20.000 Lichtjahre entfernt und längst nicht so friedlich, wie er aussieht: UV-Strahlung und heftige Sternenwinde haben den Blick auf den Sternhaufen freigegeben. NGC 3603 behebergt einige der größten bekannten Sterne. Sie sterben früh, weil sie ihren Wasserstoff schnell verbrennen am Ende steht eine Supernova-Explosion. © NASA, ESA, R. O‘Connell (University of Virginia), F. Paresce (National Institute for Astrophysics, Bologna, Italy), E. Young (Universities Space Research Association/Ames Research Center), the WFC3 Science Oversight Committee, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)

Bevor Deutschland eROSITA wegen des Ukraine-Kriegs deaktiviert hat, lief es für das Röntgenteleskop gut: Ein erster Datensatz wurde im Juli 2021 veröffentlicht – darin enthalten waren mehr als drei Millionen neu entdeckte schwarze Löcher und Neutronensterne. Die Analyse der Daten durch Forschende geht jedoch weiter, erst im vergangenen Monat haben Forschende bekannt gegeben, dass eROSITA erstmals eine Nova im Röntgenlicht beobachtet hat. Zuvor hatte das deutsche Röntgenteleskop gigantische Blasen in der Milchstraße entdeckt. (tab)

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