Besuch bei Magdalena Neuners Training

+
Magdalena Neuner in Oberhof

Oberhof - Biathlon-Star Magdalena Neuner bereitet sich derzeit in Oberhof auf die neue Saison vor - auf Schnee, aber bei absoluter Windstille.

Fünf Schüsse, fünf Treffer - ein Lächeln huscht über das Gesicht von Magdalena Neuner. Die letzte Serie des Freitag-Trainings in der Oberhofer Skihalle ist gelungen. “Ich bin überrascht. Ich hatte es mir hier viel kleiner vorgestellt“, erzählt die Biathlon-Rekordweltmeisterin der Nachrichtenagentur dapd. Die 24-Jährige ist in der Vorbereitung auf den Winter zum ersten Mal an den Thüringer Rennsteig gereist, “um endlich auf Schnee zu kommen und die perfekten Laborbedingungen hier zu nutzen.“


Wie Magdalena Neuner trainieren derzeit acht weitere Skijägerinnen des Weltcup-Kaders von Bundestrainer Gerald Hönig und Ricco Groß in Oberhof. “Hier können wir schon frühzeitig in der neuen Saison Laufen und Schießen kombinieren, können ohne störende Witterungseinflüsse an der Schießtechnik arbeiten“, sagt Gerald Hönig.

So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

04_jantz
Magdalena Neuner wurde am 9. Februar 1987 in Garmisch-Partenkirchen geboren. Die Oberbayerin wuchs in Wallgau auf. © Jantz
05_dirndl
Sie ist bekennende Bairisch-Sprecherin ... © dpa
06_tradition
... und pflegt die Tradition. © dpa
07_eichel
Sie ist bei der Bundeszollverwaltung als Zollhauptwachtmeisterin angestellt. Bereits in Jugendwettbewerben holte Lena Trophäe um Trophäe. Im Jahr 2004 war die damals 17-jährige (2.v.r.) noch merklich schüchtern, als sie mit dem deutschen Zoll-Team vom damaligen Finanzminister Hans Eichel empfangen wurde. © dpa
08_rennanzug
Ihren großen Durchbruch feierte sie in der Saison 2006/2007. © dpa
09_erstsieg
Am 5. Januar 2007 holte sie in Oberhof ihren ersten Weltcupsieg. © dpa
10_antholz
Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Antholz (Italien) hatte sie dann ihren großen Auftritt und holte drei Goldmedaillen. © dpa
11_oestersund
Auch bei der WM 2008 in Östersund sammelte Lena dreimal Gold. © dpa
12_oestersund2
... und obendrein in derselben Saison noch den Gesamtweltcup und zwei Einzelweltcups. © dpa
13_playboy
Lena erklärte es bislang für ausgeschlossen, sich für den Playboy auszuziehen. © dpa
14_blickfang
Wieso auch? Sie ist angezogen ein größerer Blickfang als viele andere nackt. © dpa
15_stricken
Zu ihren Hobbies zählt Stricken. © LANA GROSSA
16_stricken2_lana
Ja, richtig gelesen: Stricken! © LANA GROSSA
17_musik
Außerdem hört sie gerne Musik. Mit hartem Rock bringt sich Lena auf Betriebstemperatur für Wettkämpfe. In einem Tagesspiegel-Interview gestand sie, sich früher mit der Metal-Band System Of A Down aufgeputscht zu haben. © dpa
18_ohne_lana
Auch Robbie Williams und Chris Martin schallen ihr des öfteren durch die Ohren. © LANA GROSSA
19_wettendass
Lena ist äußerst schlagfertig und kann so auch mal einen Thomas Gottschalk ins Stocken bringen. © dpa
20_schimpf
Die süße Oberbayerin kann aber auch mal schimpfen. Hobby-Lippenleser dürfen hier mal an einer einfachen Aufgabe üben. © dpa
21_elch
"Ich glaub, mich knutscht eine Lena" - Die Biathletin dreht bei diesem Elch das Spiel um. © dpa
22_wallgau
In ihrer Heimat Wallgau trägt man sie auf Händen. © dpa
23_bumsi
Und auch die WM-Maskottchen 2007 namens "Bumsi" ließen sie hoch leben. © dpa
24_hund
Lena mit Hund Rocky © dpa
31_ohne
Miss Neuner mit ihrer "Sportlerin des Jahres 2007"-Trophäe. © dpa
32_vitrine
Sie muss eine große Vitrine haben. © dpa
33_ohne
Auch beim harten Training hat sie immer ein Lächeln übrig. © dpa
34_ohne
Lena (r.) posiert mit den Alpin-Skifahrerinnen Maria Riesch (v-l), Kathrin Hölzl und Monika Bergmann-Schmudere vor der Allianz Arena. © dpa
99_ende
Ist echt! Lena macht die Probe aufs Exempel. © dpa
99b_ende
Im Dezember 2011 kündigte Neuner ihr Karriereende für Frühjahr 2012 an. Sie wolle sich neu orientieren und mal etwas anderes ausprobieren, erklärte die Biathletin. © dpa

Ganzjährig minus vier Grad auch für Touristen

Schlechtes Wetter ist in der Skihalle kein Kriterium: Hier herrschen ganzjährig etwa minus vier Grad und die 1,2 Kilometer lange Laufstrecke wird täglich frisch präpariert. Der Schnee, so schildern die Trainer, sei zwar sehr trocken und werde ziemlich schnell weich, aber für Neuner und Co ist das kein Problem. Sie trainieren zur besten Zeit zwischen 8.00 und 11.00 Uhr - noch ehe die Halle am Mittag für die Touristen geöffnet wird.

“Natürlich genießen wir Priorität Eins. Dass sich die Anderen nach uns richten müssen, halte ich für normal. Im Ausland müssen wir uns auch einordnen“, sagt Ricco Groß. In Oberhof warteten am Freitag die mit Männer- und Frauen-Auswahl angereisten Italiener auf das Trainingsende der Deutschen.

Auch russische Langläufer um Weltcup-Starter Aleksander Legkow und zahlreiche Nachwuchs-Athleten tummelten sich unter Beobachtung des ehemaligen Männer-Bundestrainers Frank Ullrich auf den Laufstrecken, ehe am Mittag die Touristen an der Reihe waren. Kein Problem an diesem Tag, an dem die Sonne die raureifverhüllten Wiesen am Rennsteig rasch auftaute. “Ich gehe am Nachmittag Joggen“, kündigte Andrea Henkel an. Ansonsten standen Kraftraum und die Sporthalle (Hönig: “Wir werden eine Runde Hockey spielen“) auf dem Trainingsplan.

Oberhof statt Polarkreis

Rund 700 Schüsse wird jede deutsche Skijägerin in den sechs Trainingstagen am künstlich beleuchteten Schießstand abfeuern. Die Anlage ist seit Anfang des Jahres in die schon zwei Jahre genutzte Skihalle integriert und erfreut sich großer Beliebtheit. Die deutsche Männer-Auswahl war bereits zweimal zu Lehrgängen vor Ort, übergab quasi den Stand direkt an die weibliche Abteilung. Die reist am 28. Oktober von Oberhof aus zur Einkleidung des Deutschen Skiverbandes und dann in Richtung Polarkreis, wo ab 8. November in Muonio im Norden Finnlands die letzte Vorbereitung auf den Weltcup-Auftakt in Östersund (28. November) startet.

Magdalena Neuner, der Dunkelheit und Ödnis Muonios gesundheitlich bislang nicht gut bekommen waren, reist nicht mit. “Ich werde wahrscheinlich noch einmal nach Oberhof kommen. Es sei denn, es schneit in den Alpen ausreichend.“

So optimal die Bedingungen in der Halle ohne Winter und Wetter-Einflüsse auch sind: Wenn der Weltcup vor der Tür steht, “dann müssen am Schießstand die Windfahnen flattern. Im Wettkampf haben wir nur selten Windstille. Da stürmt es, schneit es. Darauf muss man eingestellt sein“, sagt Groß. Der viermalige Olympiasieger weiß, worauf es ankommt. Er zählte einst zu den besten Schützen in der Skijäger-Zunft.

dapd

Kommentare