Deutsche Langläufer überzeugen in Otepää

Otepää/Berlin - Die deutschen Skilangläufer befinden sich nach wochenlangen Rückschlägen wieder auf dem Weg zu alter Form. Dagegen laufen die Frauen der Konkurrenz hinterher.

Beim Weltcup in Otepää/Estland überzeugten Jens Filbrich, Axel Teichmann und Tobias Angerer nach überstandener Krankheit im Distanzrennen mit den Plätzen 9, 14 und 16.

Dagegen laufen die Frauen der Konkurrenz gut vier Wochen vor der WM in Oslo noch hinterher - allen voran Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Stehle, die bei ihrem Comeback nur 37. wurde. „Mit dem Ergebnis der Männer sind wir sehr zufrieden. Das ist ein klarer Aufwärtstrend“, sagte Jochen Behle dem SID. Den Bundestrainer stimmte vor allem der im Rahmen gebliebene Rückstand zu Sieger Eldar Rönning optimistisch: „Tobi war nur eine Minute zurück, das war angesichts der langen Pause völlig in Ordnung. In Richtung WM war das ein kleiner Lichtblick.“

Angerer schöpfte nach seiner bisher missratenen Saison wieder Hoffnung mit Blick auf den Saisonhöhepunkt. „Wir sind auf dem richtigen Weg zurück. Die Platzierungen sind ein klares Zeichen nach vorne“, sagte der 33-Jährige aus Vachendorf.

Axel Teichmann hätte sogar unter die besten Zehn laufen können. Doch erst stoppte ihn ein Sturz, dann verlief sich der Teamsprint-Olympiazweite auch noch und verlor wertvolle Sekunden. Behle nahm das Missgeschick jedoch wie auch die erneute Pleite im Sprint am Sonntag gelassen. Josef Wenzl hatte als einziger Deutscher die Qualifikation überstanden, war aber beim Sieg des Norwegers Eirik Brandsdal schon im Viertelfinale gescheitert.

Bei der Form der Frauen sind Behles Sorgenfalten da schon etwas tiefer. Stefanie Böhler und Katrin Zeller belegten im Distanzerennen die Plätze 16 und 19, hatten aber einen Rückstand von fast zwei Minuten auf Siegerin Marit Björgen. „Das Ergebnis ist durchwachsen, leider nicht herausragend“, sagte Behle. Böhler übte nach dem Rennen Selbstkritik: „Vielleicht bin ich ein wenig zu schnell angegangen. Ich konnte den Anfangsspeed nicht halten.“

Einen Tag später lief es im Sprint nicht unbedingt besser. Böhler schied wie Lucia Anger, Denise Herrmann, Hanna Kolb im Viertelfinale aus. Den Sieg der Slowenin Petra Majdic verfolgten die deutschen Frauen nur als Zuschauer.

Evi Sachenbacher-Stehle war nach ihrer mehrwöchigen Krankheitspause ohnehin nicht für den Sprint eingeplant. Allerdings hatte die 30-Jährige aus Reit im Winkl tags zuvor auch keine Bäume ausgerissen. „Bei Evi war das nichts, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren“, gestand Behle ein und nahm seine Athletin in Schutz: „Sie hatte über sechs Wochen keinen Wettkampf, da ist das normal. Wir müssen noch an der Aggressivität arbeiten.“

Behle reist am Montag mit Angerer, Sachenbacher-Stehle, Böhler und Zeller ins Trainingslager nach Toblach, wo bereits Franz Göring, Nicole Fessel und Tom Reichelt nach überstandener Krankheit an ihrer Form arbeiten. Am 30. Januar kommen Teichmann und Filbrich ebenfalls für zwei Wochen nach Toblach.

sid

Rubriklistenbild: © getty

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