Bei Aufsichtsratversammlung

Siemens-Aufspaltung in letzten Zügen - Konzernchef Kaeser spricht von historischem Tag für das Unternehmen

Virtuelle Hautversammlung Siemens
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Siemens-Chef Joe Kaeser spricht bei der virtuellen Hauptversammlung des Unternehmens.

Siemens geht die letzten Schritte auf dem Weg zur Aufspaltung. Die Hauptversammlung an diesem Donnerstag soll nun Gewissheit über die Zukunft bringen. Konzern-Chef Kaeser spricht von einem historischen Tag für das Unternehmen.

  • Siemens plant seit Längerem die Abspaltung des Energiegeschäfts.
  • Eine außerordentliche Hauptversammlung soll nun Gewissheit bringen.
  • Bei der Versammlung wirbt Konzern-Chef Kaeser um Zustimmung für die Aufspaltung (siehe Update vom 9. Juli, 14.09 Uhr).

Update vom 9. Juli, 14.09 Uhr: An diesem Donnerstag entscheiden die Siemens-Aktionäre über die Abspaltung des Energiespalte des Münchner Industriekonzerns. Bei der deshalb einberufenen außerordentlichen Hauptversammlung versicherte Konzernchef Joe Kaeser, dass ihm „die Tragweite dieses Schrittes bewusst“ sei. Er warb um Zustimmung zum Abspaltungsvertrag mit dem neuen Energietechnik-Unternehmen Siemens Energy und betonte, „dass man wichtige Entscheidungen nicht ignorieren oder aufschieben sollte, wenn es um den langfristigen Erfolg geht.“

Siemens will Energiegeschäft auslagern - Konzernchef Joe Kaeser zeigt sich zuversichtlich

Zuvor lagerte Siemens sein Energiegeschäft in das neu gegründete Unternehmen aus, nun will sich der Konzern davon trennen. Im Zuge der Börsennotierung am 28. September sollen 55 Prozent der Anteile an die Siemens-Aktionäre übergehen: Für je zwei Siemens-Aktien in ihrem Depot sollen sie automatisch eine Aktie der Siemens Energy AG erhalten. Ob sie diese halten oder weiterverkaufen wollen, bleibt ihnen überlassen.Die anderen 45 Prozent der Aktien sollen zunächst beim Mutterkonzern bleiben. „In Abhängigkeit von der strategischen und operativen Entwicklung beider Gesellschaften“ will Siemens seine Beteiligung an Siemens Energy allerdings eigenen Angaben zufolge innerhalb von anderthalb Jahren deutlich abbauen. 


Kaeser sprach von einem historischen Tag für Siemens. Die Entscheidung sei „weder ein Schnellschuss noch eine Notlösung“, versicherte er. „Wir bauen ein neues Unternehmen. Gleichzeitig richten wir das etablierte Siemens auf die Chancen und Herausforderungen der industriellen Digitalisierung aus.“ Aus Sicht des Siemens-Chefs rechtfertigt die neu gewonnene Flexibiliät beider Unternehmen verlorene Synergieeffekte durch die Abspaltung sowie deren Kosten „in teils erheblichem Umfang“.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Jim Hagemann, sagte, dass das Gremium die Entscheidung des Vorstands in allen Punkten unterstützt. Siemens Energy werde künftig in der Lage sein, die Energiewende „flexibler, schneller und entschlossener voranzutreiben“. 

Siemens will sich von seinem Energiegeschäft trennen - Hauptversammlung ist angesetzt

Erstmeldung vom 8. Juli 2020: 

München - Das Münchner Traditions-Unternehmen Siemens* plant sich von seinem Energiegeschäft zu trennen. Eine außerordentliche Hauptversammlung am Donnerstag ab zehn Uhr soll nun Klarheit bringen. 

Es geht einerseits um die Abspaltung und andererseits um den Börsengang von Siemens Energy. Beides ist für Ende September vorgesehen. Die Abspaltung hatte bei Aktionären teils Kritik hervorgerufen. Dennoch gilt eine Mehrheit für die Trennung als sicher.

Siemens plant Abspaltung von Energiegeschäft: Unternehmen nennt vor allem einen Grund

Dafür, dass Siemens das Energiegeschäft mit rund 91.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt 29 Milliarden Euro abspaltet, nennt der Konzern vor allem einen Grund: Alleine könne sich das Energiegeschäft besser entwickeln und leichter an Geld für Investitionen kommen. Im großen Konzernverbund ist das für das vergleichsweise margenschwache Energy-Geschäft schwieriger. Der verbleibende Siemens-Konzern wiederum will sich auf seine profitableren Geschäftsfelder wie Digital Industries oder Smart Infrastructure konzentrieren.

Zu Siemens Energy gehört neben der alten Siemens-Sparte Power and Gas auch die 67-Prozent-Beteiligung am spanischen Windkraft-Unternehmen Siemens Gamesa. Derzeit ist der Sitz von Energy in München. Ob dies so bleibt, wird im Laufe des zweiten Halbjahres entschieden. Der Sitz soll allerdings in Deutschland bleiben. Angesichts seiner Größe gilt Siemens Energy als relativ sicherer Kandidat für eine Aufnahme in den MDAX, möglicherweise könnte das Unternehmen mittelfristig sogar in den DAX aufsteigen. 

Bei der Siemens-Hauptversammlung im Februar hatten etliche Demonstranten, darunter Luisa Neubauer für Aufsehen gesorgt. dpa/AFP *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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