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Tante Emma 2.0

Einkaufen rund um die Uhr - Bayern lockert Ladenschlussgesetz

Einkaufen rund um die Uhr: Emmas 24-Stunden-Markt im thüringischen Altengottern. Im Herbst will das Unternehmen ein weiteren Kleinstsupermarkt in Altenthann eröffnen.
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Einkaufen rund um die Uhr: Emmas 24-Stunden-Markt im thüringischen Altengottern bei Erfurt. Im Herbst will das Unternehmen ein weiteren Kleinstsupermarkt in Altenthann eröffnen.

Viele kleine Gemeinden haben keine Dorfläden mehr. Doch mit einer geänderten Auslegung des Ladenschluss-Gesetzes will die bayerische Staatsregierung Tante Emma jetzt eine neue Chance geben.

München – Die Bayerische Staatsregierung lockert den strengen Ladenschluss im Freistaat. Künftig dürfen digitale Kleinstsupermärkte ohne Verkaufspersonal von Montag bis Samstag rund um die Uhr geöffnet haben. Eine entsprechende Regelung beschloss das Kabinett am Dienstag.

Mit dem Vorstoß stärke der Freistaat die „Wettbewerbsfähigkeit des Einzelhandels gegenüber dem Internethandel“, sagte Bayerns Arbeitsministerin Carolina Trautner (CSU*) am Dienstag.

Kleinstsupermärkte ohne Verkaufspersonal

Die Regelung gilt für sogenannte Kleinstsupermärkte mit einer reinen Verkaufsfläche von bis zu 100 Quadratmetern „ohne Verkaufspersonal ab sofort“, erklärte ein Ministeriumssprecher am Dienstag gegenüber Merkur.de. Eine entsprechende Auslegungshilfe werde „seitens des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales erarbeitet“, hieß es.

Erst im vergangenen Februar hatten Pläne zur Eröffnung eines Kleinstsupermarkts in Altenthann im Landkreis Regensburg auch überregional für Aufsehen gesorgt. Die Gemeinde mit ihren rund 1600 Einwohnern hat seit Jahren keinen eigenen Dorfladen mehr. Daher müssen die Einwohner ins benachbarte Bernhardswald oder Rossbach ausweichen. Mit der für Herbst geplanten Eröffnung von „Emma‘s Tag und Nacht Markt GmbH“ soll künftig alles besser werden.

In der bayerischen Staatsregierung traf die Idee vom personal-freien 24-Stunden-Supermarkt auf offene Ohren. Das Konzept sei „die richtige Antwort auf die Probleme im strukturschwachen Raum“, hatte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bei einem Pressetermin in Altenthann Mitte Februar erklärt.

Kleinstsupermarkt: Kundenkarte plus EC-Karte genügen

Um im Tante-Emma-Laden 2.0 einkaufen zu können, erhalten die Anwohner eine kostenlose Kundenkarte des Marktbetreibers Emmas Tag- und Nachtmarkt GmbH aus Erfurt. In dem geplanten Mini-Supermarkt können sie künftig unter gut 1200 verschiedenen Artikeln auswählen, von Zahnpasta über Tütensuppen, Fleisch- und Wurstwaren bis zu Obst und Gemüse. An der Kasse scannen sie ihre Waren und zahlen mit ihrer EC-Karte.

Wenn die Artikel zur Neige gehen, wird die Ware nachbestellt und vom Personal eingeräumt. Gerade für ältere Menschen oder Berufstätige mit längeren Arbeitszeiten ergäben sich so neue Möglichkeiten, mit kurzen Wegen einzukaufen, sagte Trautner.

Die Regelung ziele vor allem auf den ländlichen Raum und solle dazu beitragen, mögliche Versorgungsengpässe zu lindern, ergänzte ein Sprecher des Arbeitsministeriums am Dienstag. Denkbar seien entsprechende Kleinst-Supermärkte aber auch in größeren Städten oder Metropolen.

Kleinstsupermärkte: Neuregelung soll Ladenschlussgesetz nicht aushebeln

Zugleich trat das Arbeitsministerium jedoch Spekulationen entgegen, die Neuregelung für Kleinstsupermärkte ohne Personal sei ein erster Schritt zur Lockerung des Ladenschlussgesetzes im Bayern. Dies sei „überhaupt kein Thema“, hieß es.

Bayern hat eines der strengsten Ladenschlussgesetze in Deutschland. Während etwa in Hessen Supermärkte an Werktagen bis 22 Uhr geöffnet haben dürfen, ist im Freistaat spätestens ab 20 Uhr Feierabend. *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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